Liveticker Iran-Krieg: Nächtliche Angriffe und Attacken seitens Washingtons und Teherans

10.06.2026 09:38 Uhr
09:38 Uhr
Teheran warnte Washington mit militärischen Reaktionen vor nächtlichen US-Angriffen
US-Präsident Donald Trump ließ über Truth Social am gestrigen frühen Abend ankündigen, dass das "großartige US-Militär" laut Wahrnehmungen Washingtons auf den vermeintlichen Abschuss eines US-Hubschraubers durch die iranische Armee "dennoch …zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren" müsse.

TS-Screenshot Rund eine Stunde später reagierte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf X auf die Ankündigung des US-Präsidenten, um wörtlich zu erklären:
"Iran bevorzugt die Sprache der Diplomatie. Doch wie unsere tapferen Krieger der Welt gezeigt haben, beherrschen wir auch andere Sprachen."
Einleitend lautete die Mitteilung Teherans an Washington gerichtet:
"Die Straße von Hormus ist kein internationales Gewässer, sondern wird von Iran und Oman gemeinsam verwaltet und liegt Tausende Kilometer von den Küsten der USA entfernt. Die Seegrenzen sind glasklar. Unsere mächtigen Streitkräfte sind ständig in Alarmbereitschaft, um jegliche Verletzung des iranischen Luftraums, des Hoheitsgebiets oder der Gewässer zu verhindern.
Foreign forces in proximity to our territory are at constant risk on account of their own human errors, plain accidents, or potentially being caught in crossfire.
— Seyed Abbas Araghchi (@araghchi) June 9, 2026
To reduce risk, best solution is for them to leave.
We prefer language of diplomacy but speak other languages too. pic.twitter.com/5DDgHAscBjBezugnehmend auf die attackierten US-Militärstützpunkte in der Region und die gezielten Angriffe seitens der IRGC auf Ziele in den Anrainerstaaten erklärte Araghtschi, dass "ausländische Streitkräfte in der Nähe unseres Hoheitsgebiets aufgrund eigener menschlicher Fehler, reiner Unfälle oder der Gefahr, in ein Kreuzfeuer zu geraten, einem ständigen Risiko ausgesetzt" seien.
09:10 Uhr
US-Raketen zerstören Wassertanks im Süden Irans
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr News informiert über die Folgen der US-Angriffe in der vergangenen Nacht.
So informiert der Geschäftsführer des "Wasser- und Abwasserunternehmens der Provinz Hormozgan" laut Mehr News-Artikel, dass am frühen Mittwochmorgen ein Raketenangriff auf die Anlage stattgefunden habe, der unmissverständlich "auf [die] wichtige Infrastruktur der Wasserversorgung gerichtet gewesen sei".

MNA Laut weiteren Informationen seien bei dem gezielten US-Luftangriff ein "500-Kubikmeter-Tank und ein 2.000-Kubikmeter-Tank vollständig zerstört worden", so der Geschäftsführer darlegend. Beide Tanks hätten "eine zentrale Rolle bei der Trinkwasserversorgung" des Bezirks Bemani und der Stadt Kuhestak gespielt.
Die Wasserversorgung der umliegenden Dörfer von Bemani sowie der Stadt Kuhestak sei aufgrund der Schäden zurzeit unterbrochen. Einsatz- und Krisenmanagementteams aus der Region würden nun daran arbeiten, "alternative Maßnahmen zu ergreifen, um eine stabile Wasserversorgung sicherzustellen".
08:46 Uhr
Pentagon erklärte Angriffe auf Iran vorerst für beendet
Das Pentagon in Washington lässt auf X über das US-Centcom die jüngste militärische Aggression gegen Iran für beendet erklären.
Der Titel der Mitteilung lautet: "USA schließen Luftangriffe als Reaktion auf den iranischen Angriff auf den Apache-[Hubschrauber] ab".
Abschließend heißt es am Mittwochmorgen auf X:
"Die Operation war eine angemessene Reaktion auf die jüngsten Angriffe auf US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe, die die regionalen Gewässer durchfuhren. Die US-Streitkräfte bleiben wachsam und sind bereit, sich gegen ungerechtfertigte iranische Aggressionen zu verteidigen."
— U.S. Central Command (@CENTCOM) June 10, 2026
08:35 Uhr
Nächtliche Angriffe und Attacken seitens Washingtons und Teherans
In der Nacht und am frühen Mittwochmorgen ergaben sich mehrere gegenseitige militärische Attacken, ausgehend von der Entscheidung Washingtons, erneut Ziele in Iran anzugreifen.
Das US-CENTCOM teilte dabei auf X mit, dass in der Nacht "auf Anweisung des Oberbefehlshabers die Streitkräfte … mit Selbstverteidigungsschlägen gegen Iran" aufgrund des vermeintlichen Abschusses eines US-Armeehubschraubers vom Typ AH-64 Apache nahe der Straße von Hormus durch die iranische Armee begonnen hätten.
U.S. Central Command (CENTCOM) forces began launching self-defense strikes against Iran at 5 p.m. ET today at the Commander in Chief’s direction, in response to yesterday’s downing of a U.S. Army Apache helicopter. The mission is a proportional response to unjustified Iranian…
— U.S. Central Command (@CENTCOM) June 9, 2026Laut US-Medien erfolgten die US-Luftangriffe auf iranische Radarstellungen entlang der iranischen Küste an der Straße von Hormus sowie auf "Luftabwehrsysteme (Air Defense Sites) im Süden Irans".
Die politische Führung in Teheran ordnete daraufhin eine umgehende militärische Reaktion an. Die Presseführung des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilte am frühen Mittwochmorgen mit, dass "Luft- und Raumfahrtstreitkräfte einen Raketenangriff auf vier militärische Ziele auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Al-Azraq in Jordanien durchgeführt haben", so die Agentur IRNA zitierend. Zudem soll "die fünfte US-Flotte in Bahrain" am frühen Morgen mit Drohnen attackiert worden sein, so weiteren Informationen seitens der IRGC.
Iranische Nachrichtenagenturen zitieren am Morgen eine Stellungnahme der politischen Führung in Teheran: So heißt es:
"Als Reaktion auf die militärische Aggression der USA gegen Iran und die eklatante Verletzung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität Irans haben die iranischen Streitkräfte ihr Recht auf Selbstverteidigung ausgeübt und US-Stützpunkte und ‑Einrichtungen in der Region angegriffen, von denen aus die Angriffe ausgegangen waren."
9.06.2026 13:15 Uhr
13:15 Uhr
Acht Tote nach IDF-Luftangriffen auf die Stadt Tyros
IDF-Einheiten haben wie am Dienstagmorgen via X-Mitteilung angedroht – siehe Ticker-Meldung von 09:45 Uhr –, zivile Wohngebiete in der drittgrößten libanesischen Stadt Tyros über Luftangriffe attackiert.
Dabei seien "mindestens acht Menschen" bei einem Luftangriff "auf ein dicht besiedeltes Wohngebiet" ums Leben gekommen, wie der Zivilschutz im Südlibanon gegenüber Al Jazeera Arabic mitteilte.
Der tödliche Angriff erfolgte kurz nachdem das israelische Militär unmissverständliche Zwangsräumungsbefehle für die Stadt Tyros erlassen hatte, die auch explizit an die Bevölkerung des christlichen Viertels der historischen Stadt adressiert waren. Mitarbeiter des libanesischen Zivilschutzes hätten umgehend ältere Menschen evakuiert, während Einwohner aus Tyros Richtung Norden flohen. Weiter heißt es bei Al Jazeera zu der Situation am Vormittag:
"In den letzten Stunden, seit dieser neuen Angriffsdrohung seitens Israels, ist Panik ausgebrochen, während die Menschen aus der Stadt fliehen."
Das Foto zeigt heutige Einschläge in der Küstenstadt Tyros.

Screenshot Al Jazeera Zudem wurden laut Behördenangaben bei einem weiteren israelischen Angriff, dabei auf die Stadt Sharqiyah im Südlibanon, mindestens drei Menschen verletzt, darunter zwei Rettungskräfte.
11:36 Uhr
JD Vance: Washington möchte Ergebnis im Sinne der USA, nicht Israels
US-Vizepräsident JD Vance äußerte in einem Interview mit dem US-Sender Fox News die jüngsten Einschätzungen des Oval Office zu den stockenden Verhandlungen mit Teheran.
Die Trump-Administration präferiere demnach weiterhin ein finales Abkommen mit Iran, auch gegen mögliche inhaltliche Einwände seitens Israels. Dazu erklärte Vance den US-Zuschauern zum zentralen Thema der Verhandlungen:
"In den letzten anderthalb Jahren haben wir den notwendigen Spielraum geschaffen, sodass der Präsident davon überzeugt ist – und ich denke, er hat Recht –, dass wir eine langfristige Einigung im Atomstreit mit dem Iran erzielen können."
Hinsichtlich der Positionen und Forderungen der Netanjahu-Administration gab der Republikaner weiter zu Protokoll:
"Nun mag Israel das gefallen oder auch nicht. Aber grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass dies im besten Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika liegt."
🚨 MUST WATCH: ISRAEL WAS JUST CAUGHT SPYING ON THE PENTAGON AND TRUMP’S TOP NEGOTIATOR… VICE PRESIDENT JD VANCE REACTS 🚨
— Jesse Watters (@JesseBWatters) June 9, 2026
“Israel may like that, they may not like that… this is in the BEST INTEREST of the United States of America” 🇺🇸🔥 pic.twitter.com/JkNc0rDjqEDie Trump-Regierung werde daher "dieses Vorhaben" weiter vorantreiben, denn genau dafür, so JD Vance, "wurde der Präsident der Vereinigten Staaten gewählt, und genau das müssen wir tun, um dem amerikanischen Volk bestmöglich zu dienen."
Die Fox News-Redaktion kündigte auf X zu dem Interview an, dass demnach zeitnah ein erneutes Treffen zwischen Trump und Netanjahu in Washington stattfinden werde, da das Pentagon mittlerweile "Israel als Bedrohung" einstufe. Dazu heißt es wörtlich:
"Der Vizepräsident erklärte gegenüber Fox News, dass die beiden Länder zwar gemeinsame Interessen hätten, die US-Politik jedoch von amerikanischen Zielen bestimmt werde, nicht von israelischen. Ein Treffen zwischen Trump und Netanjahu im Weißen Haus, bei dem es um viel geht, steht bevor, da das Pentagon Israel zu einer der größten Bedrohungen für die Spionageabwehr eingestuft hat."
Vance fires back at concerns over US-Israel rift, says America's top priority is stopping a nuclear Iran. The VP told Fox News that while the two nations share interests, US policy will be driven by American objectives, not Israeli ones. A high-stakes Trump-Netanyahu meeting at… pic.twitter.com/Qxqb985NJ2
— Fox News Flash (@FoxNews_Flash) June 9, 202609:45 Uhr
IDF droht Bewohnern der drittgrößten libanesischen Stadt Tyros
Die israelische Armee setzt trotz internationaler Kritik ihre militärischen Angriffe gegen vermeintliche Stellungen der Hisbollah im Libanon fort.
So informierte IDF-Sprecher Avichay Adraee am Dienstagmorgen im Vorfeld eines drohenden Angriffs über die jüngste Fluchtaufforderung an die Bevölkerung im Südlibanon. In einem Beitrag auf X richtete Adraee die Warnung an die Einwohner der Stadt Tyros, darunter auch an die Bevölkerung des christlichen Viertels der historischen Stadt. Wörtlich heißt es:
"Angesichts der Verletzung des Waffenstillstandsabkommens durch die terroristische Hisbollah-Miliz und deren Angriffe auf Israels Hinterland sehen sich die israelischen Streitkräfte gezwungen, entschlossen gegen diese vorzugehen. Die israelischen Streitkräfte haben nicht die Absicht, Ihnen Schaden zuzufügen. Aus Sorge um Ihre Sicherheit fordern wir Sie dringend auf, Ihre Häuser unverzüglich gemäß dem auf der Karte eingezeichneten Gebiet zu verlassen."
#عاجل ‼️انذار عاجل إلى سكان مدينة صور - بما فيها الحارة المسيحية - والمخيمات والأحياء المحيطة بها وفق ما يعرض في الخارطة
— افيخاي ادرعي (@AvichayAdraee) June 9, 2026
🔸في ضوء قيام حزب الله الارهابي بخرق اتفاق وقف اطلاق النار واستهداف الجبهة الداخلية الاسرائيلية يضطر جيش الدفاع للعمل ضده بقوة. جيش الدفاع الإسرائيلي لا ينوي… pic.twitter.com/MHSBQ0d58e09:20 Uhr
US-Kampfhubschrauber stürzt nahe der Straße von Hormus ab
Ein Apache-Kampfhubschrauber der US-Armee ist in der Nähe der Straße von Hormus abgestürzt, berichten US-Medien. Präsident Trump erklärte nach Bekanntwerden des Vorfalls vor Journalisten, dass es "den beiden Piloten gut geht" und das Pentagon am Dienstag "einen Bericht veröffentlichen wird".
Die beiden Besatzungsmitglieder seien laut Informationen der New York Times und des US-Senders CBS "gerettet worden". Unklar sei jedoch, ob der Hubschrauber abgeschossen wurde, aufgrund eines technischen Defekts abstürzte oder aus einem anderen Grund verunglückte.
Die genaue Ursache des Absturzes ist daher auch am Dienstagmorgen nicht genau bekannt. Iranische Staatsmedien bestätigten mittlerweile den Absturz, beriefen sich dabei jedoch auf ausländische Agenturmeldungen, ohne näher auf die Informationen einzugehen.
08:45 Uhr
"Bald allein" – Trump warnte Netanjahu nachdrücklich vor weiteren Alleingängen
US- wie israelische Medien berichten über demnach unmissverständliche Warnungen von US-Präsident Donald Trump, gerichtet an seinen Amtskollegen Benjamin Netanjahu.
So habe Trump am Montag den israelischen Ministerpräsidenten unmittelbar angerufen, wie ein Vertreter des Weißen Hauses gegenüber der Agentur AFP mitteilte, nachdem es Sonntagnacht und zu Wochenbeginn zu erneuten militärischen Angriffen seitens Israels und Irans gekommen war, den ersten gegenseitigen Attacken seit Inkrafttreten des fragilen Waffenstillstands Anfang April.
Der US-Präsident erklärte demnach im Oval Office, dass er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu von weiteren Angriffen abhalten werde. Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, könnte Israel auf sich allein gestellt sein, so Trump im Gespräch mit dem US-Nachrichtenportals Axios. "Ich habe gesagt: 'Bibi, du solltest besser vorsichtig sein, oder du wirst sehr bald auf dich allein gestellt sein'", zitiert das Portal den US-Präsidenten.
Eine israelische Quelle bestätigte demnach der Axios-Redaktion, es habe bei dem lautstarken Telefonat "Meinungsverschiedenheiten gegeben, doch am Ende habe Netanjahu zugestimmt, von einem Angriff abzusehen, sofern Iran nicht zuschlagen würde".
Nach dem Telefonat habe Netanjahu dann seine obersten Militärbefehlshaber angewiesen, die geplanten Angriffe abzusagen. Die Times of Israel fasst zu den Dynamiken des gestrigen Tages zusammen:
"Stattdessen erklärte Netanjahu am Montag in einer kurzen Ansprache an die Nation, er werde die Angriffe auf Iran 'vorerst' einstellen, warnte jedoch, dass Israel Iran und die Hisbollah angreifen werde, sollte es erneut angegriffen werden."
US-amerikanische und israelische Quellen erklärten laut Axios, die Ereignisse der letzten 24 Stunden seien ein weiterer Beweis dafür, dass sich die strategischen Interessen der USA und Israels – und die politischen Interessen von Trump und Netanjahu – von Tag zu Tag weiter auseinanderentwickeln würden.
8.06.2026 21:00 Uhr
21:00 Uhr
Nach gegenseitigen Schlägen: Iran stoppt Angriffe und warnt Israel
Als Antwort auf die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon haben die iranischen Revolutionsgarden ballistische Raketen auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David sowie auf Industrieanlagen in Haifa gefeuert.
Dies geschah trotz einer zuvor vereinbarten Kampfpause. Die israelischen Streitkräfte reagierten mit Luftangriffen auf Iran. Trotz der gegenseitigen Schläge verkündete die Führung in Teheran am Montag eine Einstellung ihrer Angriffe – unter der Bedingung, dass keine weiteren Aktionen folgen.
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