Russland

Sankt Petersburg: Mehr als 90.000 Menschen nehmen an religiöser Prozession teil

In Sankt Peterburg hat am Sonnabend eine christliche Prozession über den Newski-Prospekt mehr als 90.000 Teilnehmer angelockt. Sie fand zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt, des heiligen Fürsten Alexander Newski, statt. Dabei wurden im Sommer wiederentdecke Reliquien eines anderen heiliggesprochenen Fürsten nach Moskau überführt.
Sankt Petersburg: Mehr als 90.000 Menschen nehmen an religiöser Prozession teilQuelle: Sputnik © Alexei Danitschew/RIA Nowosti

Mehr als 90.000 Menschen haben am Sonnabend nach Angaben der Behörden an einer orthodoxen Prozession in Sankt Petersburg teilgenommen. Sie war der Überführung einer Reliquienschatulle mit einem Teil der Reliquien von Dmitri Donskoi und die Ikone der Muttergottes von Kasan gewidmet und führte über den zentralen Newski-Prospekt.

"Heute fand in Sankt Petersburg eine groß angelegte Veranstaltung im Rahmen des stadtweiten Festes zu Ehren des heiligen Fürsten Alexander Newski – des himmlischen Schutzpatrons von Sankt Petersburg – statt", berichtete die Sprecherin des Innenministeriums Irina Wolk.

Für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgten mehr als 400 Polizeibeamte sowie Vertreter anderer Behörden. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, erklärte Wolk.

Der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Fürsten Dmitri Donskoi, der von der Russisch-Orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird, galt fast 150 Jahre lang als verschollen und wurde erst im Juli dieses Jahres bei Reparaturarbeiten im Erzengel-Dom des Moskauer Kreml wiederentdeckt, RT DE hatte berichtet. Untersuchungen bestätigten, dass die Überreste Donskoi gehören. Am 18. August hielt der Patriarch von Moskau und ganz Russland Kirill eine Andacht vor den Reliquien ab; am 20. August betete Präsident Wladimir Putin im Erzengel-Dom.

Wie die Russisch-Orthodoxe Kirche mitteilte, wurden einige Fragmente der Reliquien des Heiligen aus dem Sarkophag entnommen und in Reliquienschreine überführt, damit die Gläubigen sie verehren können.

Donskoi (1350–1389) bestieg im Alter von zwölf Jahren den Großfürstenthron. Seine historische Bedeutung liegt in seiner Rolle bei der Befreiung Russlands vom tatarisch-mongolischen Joch. Am 8. September 1380 errang sein Heer einen Sieg in der Schlacht gegen die Truppen des Khans Mamai auf dem Kulikowo-Feld zwischen Nepriadwa und dem Don. Danach wurde Fürst Dimitri als "Donskoi" ("vom Don") bezeichnet.

Zwar führte Khan Tochtamysch zwei Jahre später einen Vergeltungsschlag aus und belagerte und plünderte Moskau im Jahr 1382 komplett. Auch die Tributpflicht wurde damals wiederhergestellt, die Zentralmacht musste jedoch die besondere Stellung des Moskauer Fürstentums anerkennen und ihm Privilegien einräumen, die es später zum Kristallisationspunkt der russischen Unabhängigkeit werden ließen.

Die Verehrung des Fürsten begann praktisch unmittelbar nach seinem Tod. Im Jahr des tausendjährigen Jubiläums der Taufe Russlands 1988 wurde er auf dem Lokalkonzil der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Mehr zum Thema – Sensationeller Fund im Kreml: Sarkophag des Heiligen Dmitri Donskoi identifiziert

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